Tagebuch im Advent: 16.12.2010

16.12.2010: Ich hab vorhin noch einmal meine Schwester angerufen, nach dem Gespräch gestern. Ich wollte ihr einfach noch einmal sagen, wie gut ich es fand, diese Frau im Krankenhaus zu besuchen, die sie ja eigentlich kaum kennt, nur über ihre Kirchengemeinde. Traurig sagte meine Schwester mir, diese Dame sei in der Nacht verstorben, ihre Enkelin hätte Bescheid gegeben. Donnerwetter! Eben noch besucht, schon gestorben! Und nun? Meine Schwester ist aber gefasst. Sie meint, sie weiß, die Frau ist “jetzt da, wo sie hin wollte.” Ihr fiel ein passendes Bild ein, das wir früher mal aus einer Kinderbibel zum Ausmalen bekommen hatten, es war ein Bild mit Hirte und Schafen; und, jetzt fällt mir auch der Satz wieder ein, der dazu passte: “Im Bausch seines Gewandes trägt er sie …” oder so ähnlich. So als ob die Schafe zum Hirten gehören, als wären sie schon immer bei ihm. Als hätte er sie immer bei sich und um sich. Es erstaunt mich, wie diese alten Bilder plötzlich in mir wieder wach werden, dabei ist das alles so lange her. – Naja. Nun ist nächste Woche die Beerdigung: Weihnachten und Friedhof, für mich eine eher ungewohnte Kombination. Aber mein Schwager hat, so wie ich ihn einschätze, bestimmt auch dafür noch eine Erklärung auf Lager- ich habe auch eine schöne Flasche Whiskey besorgt, die können wir dann über die Feiertage anbrechen. Ich geb’ es zu, ich bin schon ganz gespannt, wie Weihnachten in diesem Jahr wird.

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Zu Jesaja 40,1-11, besonders 10-11.


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