Tagebuch im Advent: 15.12.2010

15.12.2010: Ich telefonierte heute mal wieder kurz mit meiner Schwester, wir unterhielten uns über letzte Besorgungen zu Weihnachten. Sie war in der Stadt einkaufen und hatte dabei auch einen Besuch im Krankenhaus gemacht. Sie dachte, sie macht der Person damit eine kleine Freude. Das war auch so, allerdings war meine Schwester nachher ziemlich gerührt: Da lag diese kranke Frau, sie ist schon ziemlich alt und leidet an einem Nierenleiden. Zu alledem kam nun auch noch ein Schlaganfall dazu. Das Schlimme daran ist die Angst vor dem nächsten Schlaganfall, erzählte die alte Dame. Und dann platzte es aus ihr heraus: “Ich weiß gar nicht mehr, wie es weitergehen soll! Muss ich ins Pflegeheim? Muss ich über Weihnachten hier bleiben?” Meine Schwester wollte sie trösten und versicherte ihr, sie käme dann bestimmt noch einmal vorbei. Ich bewundere diese Hingabe und Zuwendung meiner Schwester. Woher nimmt sie dazu die Kraft? Aus ihrem Glauben? Soweit ich weiß, ja. Ich fragte sie, weshalb sie hingegangen sei, wissend, dass sie so gerührt wieder nach Hause kommen würde. “Es hat etwas mit dem zu tun, wie sehr Gott die Welt liebt”, meinte sie trocken, “aber Du verstehst mich da sicher nicht.” — Da bin ich mir nicht so sicher, aber das habe ich ihr natürlich nicht am Telefon gesagt.

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Zu Johannes 3,16


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