Tagebuch im Advent: 12.12.2010

12.12.2010: Bei einem Spaziergang am späten Vormittag überhörte ich, wie ein Mann ein kleines Mädchen, das ganz und gar beim Spielen die Zeit vergessen hatte, anpflaumte und meinte, wenn sie weiter so lange bei der Kirche bliebe, es ihr künftig von ihrer Mutter untersagt werden müsse. Schade! Sie war extra zur Probe eines Krippenspiels gekommen, hörte ich auch. Dabei wurden Erinnerungen in mir wach an ein Krippenspiel zu Weihnachten (ich spielte einen der drei Könige). Lange ist das her, überhaupt, dass ich in aktiv einer Kirche war, bis vor ein paar Tagen, zu den musikalischen Aufführungen, aber das zähle ich als Besuch und nicht direkt als “aktiv in der Kirche sein”. Ich erinnere mich, dass wir vier- oder fünfmal geprobt haben. Ein bisschen Text, ein oder zwei Lieder, ja, es ist mir eingefallen: “Stern über Bethlehem” hieß eines. Die Könige wurden vom Glanz des Sterns angezogen und fanden so zum Kind in der Krippe. Ach, ja, die gute alte Zeit! Mit fällt dazu auch noch ein Gedicht von T.S. Eliot ein, Journey oft he Magi, wo es um einen altgewordenen König geht, der reflektiert, was ihm die Reise gebracht hat. Spontan habe ich mir das Gedicht in meiner Poesie-Sammlung eben noch einmal angesehen: ” All this was a long time ago, I remember, and I would do it again, but set down this set down, This: were we lead all that way for Birth or Death?” Worum ging es den Königen: Leben oder Tod. Inzwischen meine ich, sie wollten wohl das “etwas mehr” vom Leben haben, und haben es offensichtlich gefunden. Bin ja auch noch auf der Suche. — Es wäre jammerschade, wenn diesem jungen Mädchen die Freude an Weihnachten und dem Krippenspiel genommen wird! Hoffentlich nicht!
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Zu Jesaja 60,3


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